Fliegen lernen

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Wir glauben das Fliegen das tollste Hobby der Welt ist!
Von oben haben fast alle schon einmal aus dem Urlaubsflieger auf die Erde herunter gesehen. Aber Segelfliegen dagegen ist anders: intensiv, pur, direkt. Der Unterschied zwischen dem Segelflugzeug und dem Verkehrsflugzeug ist wie der Unterschied zwischen Sportwagen und Bus fahren. Man fühlt hier die dritte Dimension und erlebt sie. Wer einmal bei uns hineingeschnuppert hat und mitgeflogen ist, der findet schnell heraus, dass Segelfliegen viel mehr ist als ein normales Hobby und dass man sich ganz neuen Herausforderungen gegenübergestellt sieht - dass es in viele Bereiche des normalen Lebens hineingreift. Beispielsweise beobachtet man das Wetter und seine vielseitigen Facetten plötzlich auf ganz andere Weise. Und - man lernt nicht nur von der ersten Minute im Flugzeug an, nicht nur bis zur Lizenz, sondern ein Leben lang.

Wann kann ich anfangen?
Mit dem Segelflug könnt Ihr ab einem Alter von 14 Jahren bei uns beginnen und ein Leben lang betreiben, ohne dass es je langweilig wird. Der Flugsport bringt Generationen zusammen, bei uns stehen der 14-jährige Flugschüler wie der 30-jährige Streckenflieger neben dem erfahrenen Fluglehrer und dem „alten Hasen“.
Auch wenn  Du schon im Beruf stehst oder grade frisch Rentner geworden bist, bist Du bei uns richtig.

Wie komme ich zum „Flugzeug-Führerschein“?
Bis zur Pilotenlizenz (SPL: Soaring Pilot Licence - wie es amtlich heißt) hat ein junger Segelflieger allerdings einige „kleine“ Hürden zu meistern. Zur praktischen Ausbildung im Flugzeug kommt noch eine theoretische Ausbildung in den Fächern Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Flugzeugkunde, Technik und Verhalten in besonderen Fällen.
Wenn diese Ausbildung abgeschlossen ist, wird in den Theoriefächern im Multiple-Choice-Verfahren geprüft, in einem zweiten Schritt muss er einen Überlandflug von mindestens 50 km Länge absolvieren und in der dritten Phase drei Starts mit einem Prüfer machen. Hat er dies alles erledigt, bekommt er seine Lizenz, frühestens aber ab Vollendung des 16. Lebensjahrs.
Das alles klingt nach viel Arbeit und Lernen (das ist es auch), aber in der Praxis ist es gut zu schaffen: Alle die den „Schein“ ernsthaft haben wollten, haben ihn auch bekommen.

Was kostet mich das?
Zu den Kosten: Bei uns gibt es keine Aufnahmegebühr. Als Kosten kann man mit ca. 50 €/Monat rechnen. Davon sind bei Schülern 22 € Beitrag (Rentner 27 €, Verdiener 28 €), der Rest ergibt sich durch die Fluggebühren. Flugschüler und auch neue Mitglieder zahlen im ersten Jahr ermäßigte Fluggebühren.
Wir können die Kosten so niedrig halten, da die Ausbildung ausschließlich von ehrenamtlichen Lehrern durchgeführt wird und an den anderen gemeinschaftlich zu leistenden Aufgaben wie Werkstatt, Flugleiter, Windenfahrer, Startschreiber alle beteiligt werden.

Muss man ein eigenes Segelflugzeug kaufen?
Nein. Unser Verein stellt Dir die Segelflugzeuge zur Verfügung, die Du je nach fliegerischen Fähigkeiten nutzen kannst. Vom Schuldoppelsitzer bis zum Leistungssegelflugzeug für den Streckenflug.

Wie lange dauert die Ausbildung?
Das ist von jedem individuell abhängig. Wir fliegen an Wochenenden und Feiertagen und zu Fliegerlagern in den Schulferien. Je nachdem wie viel Zeit man zur Verfügung hat, und wie man sich dabei anstellt dauert es entsprechend. Generell kann man aber sagen, dass es meist nach zwei bis drei Jahren geschafft ist.

Vereinsmeierei?
Aber klar doch! Unser Verein bietet aber noch viel mehr als nur das reine Segelfliegen. Vor allem für Jugendliche ist das „Drumherum“ ebenso interessant. Autofahren wird gelernt. In den Wintermonaten können viele nützliche handwerkliche Dinge erlernt werden, denn wir pflegen all unsere Flugzeuge und Fahrzeuge selbst. Das reicht vom Umgang mit GFK (Glasfaser-verstärkten-Kunstharzen) bis hin zum Motoraustausch beim Auto. Alles Dinge die man im späteren Leben gebrauchen kann ;-). Aber auch die vielen Menschen und Kontakte, die man kennerlernt und knüpft, bringen einen weiter. Man gewinnt bei uns viele Freunde und schließt Freundschaften, die oft ein Leben lang halten.
Viele Mitglieder haben bei uns das Fliegen gelernt und haben ihr Hobby später zum Beruf gemacht: z.B. als Pilot bei Air Berlin, als Techniker bei Airbus oder als Wissenschaftler bei den Satellitenbauern von Astrium.
Neben diesen „harten Fakten“ gibt es aber in unserem Verein eine gewisse Atmosphäre von Freundschaft, gegenseitiger Verantwortung und manchmal auch wohlwollendem Schubsen in eine bestimmte Richtung, die man nicht so einfach mit Worten fassen und beschreiben kann. Letztlich äußert sich dies in einem guten und gleichberechtigten Miteinander von Professoren und Maurern, Azubis und Rentnern, Lehrern und Schülern und was es sonst noch so an gesellschaftlichen Gegensätzlichkeiten gibt.